Ulrike Kruse

Hausväterliteratur. Praktische Ratgeber für eine imaginierte Landwirtschaft

Dieser Beitrag bestimmt den ländliche Raum ‹Landgut› nicht aus dem Lob des Landlebens, sondern aus den Beschreibungen über das Landgut in der Hausväterliteratur anhand der Fragen: Wie ist ein Landgut aufgebaut? Wohin grenzt es sich räumlich ab? Welche Rolle spielt die Natur bei der Konstituierung des Landguts? Das Landgut (in) der Hausväterliteratur wird in seinem idealischen Charakter und gleichzeitig praxisorientierten Gehalt bestimmt. Denn die Hausväterliteratur zeichnet ein idealtypisches, modellhaftes Bild vom Landgut und beschreibt Landwirtschaft an diesem Modell. Das ‹Landgut› der Hausväterliteratur ist ein imaginierter Raum, wo praktische Ratschläge für eine imaginierte Landwirtschaft erteilt werden. Nach einer Begriffs- und Methodeneinführung sowie Überlegungen zu Raum in der Hausväterliteratur wird das Landgut anhand der Quellen in die umgebende Natur eingeordnet und die Position der einzelnen Gutsteile funktional bestimmt. Der Mensch steht im Zentrum: Sein Raum ist das Landgut, das er als Hausvater parzelliert und dessen Teile er von menschlichen Bedürfnissen ausgehend funktionalisiert und ökonomisch klassifiziert. Das manifestiert sich im inhaltlichen Aufbau der Texte, der mit der räumlichen Struktur korreliert.

Erschienen in: traverse, 2014/2, S. 40.

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